Wie viel Koffein hat Matcha? Wirkung, Gehalt und Dosis (2026)
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Matcha macht wach. Das wissen die meisten. Aber wie viel Koffein steckt eigentlich drin, und warum fühlt sich diese Wachheit so anders an als nach einem Kaffee? Diese Fragen hören wir regelmässig, und die Antworten sind einfacher als gedacht.
Das Wichtigste vorab
Kurzantwort: Eine Standardportion Matcha (2 g Pulver in 70 ml heissem Wasser) enthält je nach Qualität 28 bis 70 mg Koffein, typisch um die 50 mg. Das entspricht einer halben Tasse Filterkaffee. Dank der Aminosäure L-Theanin wirkt dieses Koffein sanfter und gleichmässiger: kein abruptes Hoch, kein harter Absturz danach, sondern ruhige Konzentration über mehrere Stunden.
Wie viel Koffein steckt wirklich im Matcha?
Wer Matcha kauft, sieht selten einen Koffeinwert auf der Verpackung. Das liegt daran, dass der Gehalt schwankt. Erntezeitpunkt, Teesorte und Anbauregion beeinflussen ihn allesamt.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat 2024 insgesamt 47 Matcha-Proben aus dem Handel untersucht. Der Koffeingehalt lag zwischen 1,4 und 3,6 g pro 100 g Trockenmasse, also 14 bis 36 mg pro Gramm Pulver. Aufgebrüht mit 1 bis 2 g Pulver enthielt eine einzelne Tasse damit 13 bis 68 mg Koffein, je nach Dosierung und Qualität des Produkts.
Diese Richtwerte helfen beim Einordnen:
- Matcha Standard, 2 g Pulver: ca. 28 bis 70 mg Koffein
- Matcha Latte, 1 g Pulver: ca. 14 bis 36 mg Koffein
- Filterkaffee, 200 ml: ca. 80 bis 100 mg Koffein
- Espresso, 30 ml: ca. 60 bis 80 mg Koffein
- Schwarztee, 200 ml: ca. 40 bis 70 mg Koffein
Matcha liegt bei normaler Dosierung also in der Regel unter einem Espresso oder Filterkaffee. Der entscheidende Unterschied liegt aber nicht im Gehalt selbst, sondern darin, wie das Koffein im Körper wirkt.
Der L-Theanin-Effekt: Warum Matcha-Koffein anders wirkt
Im Matcha ist Koffein an Polyphenole und an die Aminosäure L-Theanin gebunden. L-Theanin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die fast ausschliesslich in Teepflanzen vorkommt. Sie hat selbst eine entspannende Wirkung auf das Nervensystem und bremst zugleich, wie schnell Koffein ins Blut übergeht.
Daraus entsteht ein Synergieeffekt, der sich in mehreren randomisierten Studien klar zeigen lässt.
Giesbrecht et al. untersuchten 44 junge Erwachsene in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie. Die Kombination aus 97 mg L-Theanin und 40 mg Koffein verbesserte die Genauigkeit beim Aufgabenwechsel und die selbst eingeschätzte Wachheit signifikant, senkte aber gleichzeitig die empfundene Müdigkeit (PMID 21040626, DOI). Eine zweite Studie von Einother et al. bestätigte diesen Befund: Die Kombination verbessert die Aufmerksamkeit bei kognitiv anspruchsvollen Aufgaben messbar (PMID 20079786, DOI).
Rogers et al. zeigten ausserdem, dass L-Theanin den blutdruckerhöhenden Effekt von Koffein abschwächt, was Matcha für koffeinempfindliche Menschen attraktiv macht (PMID 17891480, DOI).
Praktisch gesprochen: Wer nach Kaffee oft nervös wird oder ein starkes Herzrasen bemerkt, verträgt Matcha häufig besser. Die Energie kommt langsamer, hält 4 bis 6 Stunden an und endet ohne Absturz. Den direkten Vergleich zwischen beiden Getränken erklärt unser Artikel Matcha statt Kaffee: Energie ohne Crash dank L-Theanin ausführlich.
Was Matcha darüber hinaus für Körper und Geist leisten kann, zeigt unser Überblick über die 7 Gesundheitsvorteile von Matcha.
Wie viel Matcha täglich ist unbedenklich?
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt gesunden Erwachsenen ein Koffein-Tageslimit von 400 mg. Für Matcha bedeutet das rechnerisch bis zu 8 oder 10 g Pulver täglich. So weit wird kaum jemand gehen wollen.
Für die meisten Menschen sind 1 bis 2 Portionen pro Tag (2 bis 4 g Pulver) eine sinnvolle Menge. Das entspricht 28 bis 140 mg Koffein, weit unter der empfohlenen Grenze.
Für Schwangere und Stillende gilt ein strengeres Limit von 200 mg Koffein pro Tag, also etwa 4 bis 5 g Matcha-Pulver. Wer schwanger ist und Matcha regelmässig trinken möchte, sollte das kurz mit der Gynäkologin oder dem Hausarzt besprechen.
Wer neben Matcha auch Kaffee, Schwarztee, Cola oder Energy Drinks konsumiert, muss alles zusammenzählen. Eine Tasse Matcha morgens und ein Espresso mittags ergeben zusammen rund 130 bis 180 mg Koffein, also immer noch komfortabel unter 400 mg.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Tasse Matcha?
Koffein hat eine biologische Halbwertszeit von etwa 5 bis 6 Stunden. Eine Tasse Matcha um 16 Uhr bedeutet, dass gegen 22 Uhr noch nennenswerte Mengen aktiv sind. Für einen ruhigen Schlaf lohnt es sich, das zu berücksichtigen.
Drei Zeitfenster haben sich bewährt:
- Morgens, 8 bis 10 Uhr: Der Körper schüttet kurz nach dem Aufwachen von Natur aus Cortisol aus. Wer 30 bis 60 Minuten wartet, bevor er Koffein zu sich nimmt, erlebt den Fokus-Boost oft intensiver. Matcha passt hier gut als Morgenritual.
- Früher Nachmittag, 12.30 bis 14.30 Uhr: Eine zweite, kleinere Portion (1 g Pulver) hilft gegen das Nachmittagstief nach dem Essen, ohne den Abendschlaf zu gefährden.
- Vor dem Sport, 30 bis 45 Minuten vorher: Matcha verbessert Ausdauer und Reaktionsfähigkeit. Wer das sportliche Potenzial ausschöpfen will, findet alle Details im Artikel Matcha im Sport.
Nach 15 Uhr empfehlen wir bei koffeinempfindlichen Personen höchstens einen halben Teelöffel (ca. 1 g). Das liegt dann unter 40 mg Koffein und klingt bis zum Abend in der Regel problemlos aus.
Ceremonial Grade vs. Culinary Grade: Spielt die Qualität beim Koffein eine Rolle?
Beim reinen Koffeingehalt ist der Unterschied zwischen Ceremonial und Culinary Grade nicht dramatisch. Beide liegen im gleichen Bereich von 14 bis 36 mg pro Gramm.
Was sich aber unterscheidet, ist das Verhältnis von L-Theanin zu Koffein. Ceremonial Grade stammt aus den jüngsten Teeblättern des ersten Frühjahrsschnitts (Ichibancha), die im Schatten gezogen wurden. Diese Blätter produzieren besonders viel L-Theanin. Culinary Grade verwendet spätere Ernten mit weniger L-Theanin und mehr Bitterstoffen.
Das Resultat: Ceremonial Grade schmeckt süsser und weicher, und der Synergieeffekt mit dem Koffein ist stärker ausgeprägt. Wer Matcha als Fokusbooster und nicht nur als Backzutat trinkt, holt mit Ceremonial Grade mehr heraus. Wie man ihn richtig zubereitet, erklärt der Leitfaden Matcha richtig zubereiten Schritt für Schritt.
Qualitativ hochwertigen Ceremonial Grade Matcha aus Japan gibt es direkt bei Matcharonin, mit schnellem Versand in die ganze Schweiz.
Häufig gestellte Fragen
Hat Matcha mehr Koffein als Kaffee?
Nein, bei normaler Dosierung nicht. Filterkaffee enthält 80 bis 100 mg Koffein pro Tasse, eine Matchaportion mit 2 g Pulver kommt auf 28 bis 70 mg. Matcha liegt damit typischerweise darunter und wirkt dank L-Theanin deutlich sanfter.
Kann ich Matcha täglich trinken?
Ja. Für gesunde Erwachsene sind 1 bis 2 Portionen täglich (2 bis 4 g Pulver) absolut problemlos. Das Koffein bleibt weit unter dem empfohlenen Tageslimit von 400 mg.
Warum werde ich von Matcha nicht nervös, von Kaffee aber schon?
Das liegt am L-Theanin. Es verlangsamt die Koffeinabsorption und wirkt entspannend auf das Nervensystem. Der typische Jitter-Effekt, den viele nach Kaffee kennen, entsteht durch dieses Zusammenspiel nicht.
Wie viel Koffein hat ein Matcha Latte?
Ein Matcha Latte wird meistens mit 1 g Pulver angesetzt und enthält damit 14 bis 36 mg Koffein. Der Milchanteil verändert den Koffeingehalt nicht, er macht das Getränk nur cremiger und milder im Geschmack.